Verlassener Buchladen

Was ist Wissenschafts kommunikation? Ausflug ins Warenlager der Wissenschaften…

Was hat Wissenschaftskommunikation mit Büchern, mit Autorinnen und Autoren, mit dem Schreiben zu tun? Bücher sind Kommunikation. Autorinnen und Autoren sind Kommunikatoren. Schreiben ist Kommunizieren. Vom Wissenschaftsbetrieb umrahmt, ist all das Wissenschaftskommunikation. Mehr noch, ohne Bücher gäbe es keine wissenschaftliche Kommunikation.

In den 1990er Jahren waren Bücher nicht interaktiv genug, um als ‚echte Kommunikation‘ zu gelten. Dem Stimulus fehlte sein Response. In den 2000ern war das Buch dann zu wenig ‚public‘. Publizieren allein ein Privileg der vom Verlag Erwählten. Und in den 2010ern sei das Buch nicht ’social‘ genug. Lesen und Schreiben als denkbar un-sozial, weil einsam. Sicher, eine überzeichnete Chronologie. Aber immerhin.

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Foto: „Neon Bücher Sign of a closed Book Shop in Prenzlauer Berg, Berlin, Germany“ von digitalcosmonaut via flickr, CC BY-NC-ND 2.0

Doch könnt Ihr Euch eine Wissenschaft ohne ihre Bücher vorstellen? Ich nicht. In Büchern, egal ob digital oder hölzern, kondensiert das Wissen der Zeit. Ein Sammelsurium aus Diskussionen, Aufsätzen, Vorträgen und Gedanken. Wie also kommuniziert Wissenschaft? Mit Büchern! Auch und vor allem. Doch was ist mit den ollen Schinken? Nichts ist so alt wie die aktuelle Auflage. Publikationen, älter als fünf Jahre, gehören selten ins Literaturverzeichnis, will eine Forscherin im Kreis der Kolleginnen gehört werden. Grundlagenforschung ist beinah unleistbar geworden – zu muffig und still. Mit ihr die Grundlagenwerke – zu teuer, zu schwer, irgendwie antiquiert.

Moooment! Wissenschaftskommunikation als Kommunikation in den Wissenschaften und aus diesen heraus braucht einen buchigen Nukleus. Wo und wie sonst sollte das Fundament einer wissenschaftlichen Disziplin gelegt werden? Auch der hippste Online-Shop hat ein Warenlager. Es braucht Wissenschaftlerinnen als Autorinnen, die ihr Wissen in Büchern sammeln, strukturieren und ausdrücken. Revisionen erwünscht. Ohne Aufsätze und Vorträge geht es freilich nicht. Doch im Anfang wissenschaftlichen Kommunizierens war das Buch.

Gefunden: Auf enga.de/blog gibt es einen – wie ich finde – interessanten Beitrag zum Thema „Die Zukunft akademischer Monographien“… hier…