Cover Kinderbuch - Kinderbuch-Reihe Leuchtturm der Abenteuer

Der Kinderbuchautor Karim Pieritz im Interview: ‚Leuchtturm der Abenteuer‘

Interview – Kinderbuch

Kommt der Autor nicht zum Verlag, dann muss der Verlag eben zum Autor. Weil seine Kinderbücher irgendwie in kein Verlagsprogramm passen wollten, hat der Autor Karim Pieritz seinen eigenen Verlag gegründet. Nun passt alles prima zusammen! Als Self-Publisher dürfen seine Figuren treiben, was das Kinderherz so mag. Kinder, das sind auch seine liebsten Kritiker. Knallhart! Diesem holden Publikum will es erstmal recht gemacht werden. Nein, das ist kein Kinderspiel. Seinem Sohn hat es der ehemalige IT-Berater zu verdanken, dass er nun allein fürs Geschichtenerzählen in die Tasten haut…

Nach meiner kleinen Einführung und der Kurzbiografie heute das Interview mit dem Kinderbuch-Autor und Self-Publisher Karim Pieritz:

1. Einstieg: Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Ist es für Dich Berufung, die Erfüllung eines langen Wunsches, ein Hobby, Teil Deines Jobs etc.
Meine ersten Geschichten schrieb ich Anfang der 80er-Jahre als Fünftklässler. Ab der 7. Klasse konnte ich meine schriftstellerische Neigung noch mehr in Deutsch-Aufsätzen ausleben. Als Student veröffentlichte ich zahlreiche Kurzgeschichten in »Mailboxen« und »Newsgroups«, später dann auf einer eigenen Homepage und in einem Studentenmagazin.

Das Schreiben war für mich lange Zeit ein geliebtes Hobby und es war ein Traum, einmal einen Roman zu schreiben. Das tat ich während des Studiums in den 90er Jahren. Das Buch liegt seitdem auf der Festplatte und wartet auf eine gründliche Überarbeitung.

2. Profession: Was heißt es für Dich, Autor zu sein?
Als ich mich entschieden habe, meine Buchprojekte umzusetzen, hatte ich sofort den Anspruch, das richtig zu machen. Ich bin nie davon ausgegangen, dass ein gewisses erzählerisches Talent ausreicht, um gute Bücher zu produzieren. Literarisches Schreiben ist ein Handwerk, das man lernen kann – und sollte.

Ich hatte schon als Kind viel Fantasie und der Beruf des Schriftstellers ermöglicht es mir, sie auszuleben. In meiner früheren Tätigkeit als IT-Berater war das nur sehr begrenzt möglich.

3. Lokalisation: Wie und wo schreibst Du? Wie sieht Dein ‚Arbeitsplatz‘ aus? Schreibst Du auf Papier oder am PC?
Als ich meinen ersten Computer – einen C64 – bekam, wollte ich nichts mehr mit einem Füller zu tun haben. Die Worte von Dr. Spengler aus dem Film Ghostbusters »Gedrucktes ist tot« hatten sich in mein Hirn gebrannt.

4. Organisation: Wie sammelst und organisierst Du Deine Gedanken, bevor Du sie ‚aufs Papier‘ bringst?
Ich denke viel über die Handlung und die Charaktere nach, bevor ich etwas aufschreibe. Erst, wenn die Story in meinem Kopf einen bestimmten Reifegrad hat, mache ich mir Notizen. Wenn ich losschreibe, ist das nur noch ein Abschreiben der fertigen Geschichte. Fange ich zu früh damit an, bedeutet das viel Aufwand bei der späteren Überarbeitung. Nur gelegentlich tanzt beim Schreiben ein Charakter aus der Reihe und wirbelt alles durcheinander.

Cover Kinderbuch - Kinderbuch-Reihe Leuchtturm der Abenteuer
„Gefahr in Immergrün“,
Kinderbuch ab 8, Oktober 2013,
ISBN 978-3-944626-03-1.

5. Fünfsatz: Worum geht es in Deinem aktuellen Band der „Leuchtturm der Abenteuer“-Reihe? Wie unterscheidet es sich von ähnlichen Werken?
Mein aktuelles Projekt ist Band 4 der Kinderbuch-Reihe Leuchtturm der Abenteuer.

In der Reihe geht es um die Abenteuer des 8-jährigen Michael. Mit einer magischen Taschenlampe gelangt er auf den Planeten Himmelblau, wo er mit seinen Freunden fantastische Abenteuer erlebt.

Meine romanhaften Kinderbücher unterscheiden sich von ähnlichen Büchern in der jüngeren Zielgruppe und dem Genre-Mix. Die Geschichten sind abgeschlossene, aber mit einem roten Faden verknüpfte Abenteuer mit Fantasy-, Science-Fiction- und Detektiv-Elementen.

6. Motivation: Wann und wie kam die Idee zu diesem konkreten Projekt? Wie war Dein Weg vom Manuskript zum gedruckten Buch?

Als IT-Berater fehlte mir viele Jahre die Inspiration zum Schreiben. Diese weckte mein damals 3-jähriger Sohn, indem er immer neue Märchen von mir erzählt bekommen wollte. So machte ich mir Notizen und daraus wurde ein ganzes Universum voller magischer Abenteuer. Nach jahrelanger Schreibpause habe ich dann im Sommer 2012 die ersten Sätze geschrieben. Da wurde mir bewusst, was ich vermisst hatte.

7. Bewerbung: Wie gehst Du mit Reaktionen auf Dein Buch um – Reaktionen auf Lesungen, Kritiken, Social Media etc.? Findet dies Eingang in Dein Arbeiten? 
Ich bin nicht beleidigt, wenn jemand sagt, dass eine Szene langweilig oder ein Charakter in einer bestimmten Situation unglaubwürdig ist. Ich bin sehr an Kritik interessiert und nutze sie, um die Geschichte zu verbessern.

Bei allen Buchprojekten habe ich mein Manuskript an Probeleser gegeben. Ohne ihr kritisches Feedback wären meine Bücher nicht so, wie sie jetzt sind.

8. Austausch: Wer sind Deine Ansprechpartner rund ums Buch? Kollegen, Familie, Freunde, Verlag, Lektorat, Übersetzter etc.
Familie, Freunde und deren Kinder.

Von mir angeschriebene Verlage haben meine Bücher allesamt abgelehnt. Meist hieß es, die Reihe »passt nicht ins Programm«. Ein Genre-Mix ist für große Publikumsverlage problematisch, da solche Bücher nur schwer in die vom Mainstream vorgegebenen Kategorien passen.

9. Gretchenfrage: Wie hältst Du es mit Social Media Aktivitäten? Passen Buch und Social Web zusammen?
Ich bin sehr zufrieden mit dem Feedback bei Google Plus und Twitter. Dort habe ich in kurzer Zeit jeweils über 1000 Follower gewonnen. Ich erhalte auf diesem Weg positive Resonanz und ich konnte auch meine Verkaufszahlen stark steigern. Ohne diese Netzwerke wüsste ich als Self-Publisher nicht, wie ich Leser bzw. Käufer meiner Bücher in größerem Umfang erreichen sollte.

10. Eigenwill: Welche Frage müsste ich Dir unbedingt stellen? Und was würdest Du darauf antworten?
Warum Kinderbücher?

Mein Sohn hat meine Inspiration geweckt und so war es klar, dass ich zunächst für Kinder schreiben würde. Jedoch will ich nur Bücher schreiben, die ich selbst gerne lese. Mein Ziel war daher, Kinderbücher zu schreiben, die auch Erwachsene mögen. Ich liebe spannende und lustige Geschichten mit viel Action, interessanten Charakteren und unerwarteten Wendungen. Genau solche Bücher möchte ich schreiben, egal, ob für Kinder oder Erwachsene.

Als ich mit den Kinderbüchern begonnen habe, ist mir schnell klar geworden, dass sie nicht »einfacher« zu schreiben sind, als »Erwachsenenbücher«, sondern schwieriger. Erwachsene Leser können bei unsauberen Beschreibungen einen viel größeren Erfahrungsschatz nutzen und die Fehler des Autors damit ausgleichen. Kinder hingegen verstehen die Handlung oder den Schauplatz dann nicht und schalten ab. Jedes Kind, das meine Bücher liest, versteht und auch noch gut findet, erfreut mich sehr.

Direkt zum Autor geht es hier:
E-Mail: karim.pieritz@leuchtturm-abenteuer.de
Webseite/Blog: http://www.leuchtturm-abenteuer.de
Google Plus: https://plus.google.com/+KarimPieritz
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