Martin Gehring Buchcover Notizen aus dem Oberstübchen

Reimwerken: Oberstübchenrat Gehring lädt zur Lektüre

In oder mit Bildern sprechen? Martin Gehring tut beides. Er selbst bezeichnet sich als Autor, Reimwerker und Cartoonist. So gibt es auf seinem Autorenblog  allerhand zu bestaunen. Irgendwann ist er irgendwie aufs Huhn gekommen. Das Huhn „als Krone der Schöpfung“. Im Oberstübchen ist freilich immer was los. Nun sind Huhn und Autor in trauter Denkerpose im aktuellen Buch zu bestaunen. Wo ein Denker, da ein Huhn!

Der Autor: Martin Gehring wurde am 01.03.1963 in Ulm geboren und lebt auch dort. Neben seinem eigentlichen Beruf führt er einen literarischen Blog, auf dem er regelmäßig neben seinen lyrischen Werken auch selbstverfasste Prosaarbeiten veröffentlicht. Zusätzlich präsentiert er dort in loser Folge Cartoons und Zeichnungen, wobei er sich hierbei besonders der Hühner als Krone der Schöpfung angenommen hat. Diese spielen auch auch in seinem Hühner-Wild-West-Actionroman  „El Pollo – Entscheidung in der Sierra Chica“ die Hauptrolle. Im September 2013 erschien sein Lyrik- und Erzählband „Notizen aus dem Oberstübchen“ als Taschenbuchausgabe beim Manuela Kinzel Verlag. Derzeit arbeitet Martin Gehring an einen Lyrikband mit dem Arbeitstitel „Das Allgemeine Limericklexikon – Wissenswertes von A-Z“ und an einer Fortsetzung von „El Pollo“.

Ein kleines Appetithäppchen aus Martin Gehrings „Notizen aus dem Oberstübchen“:

Martin Gehring Buchcover Notizen aus dem Oberstübchen
Martin Gehring: Notizen aus dem Oberstübchen, Kinzel Verlag (September) 2013.

Papier

Wenn es eine Hölle gäbe:
Sie wäre für mich aus Papier.
Gelocht, gestempelt, abgeheftet
ganz offiziell und DIN A4.

Gerade noch hielt ich in Händen
den Brief, geköpft von einem Amt.
Ganz sicher muss ich etwas zahlen.
Im Handumdreh’n ist er verschlampt.

Gleichzeitig stapeln sich Papiere,
Zettel, Briefe – eingeschrieben.
In meinen Ablagen und Fächern.
Wo ist der eine nur geblieben?

Dringend muss ich ihn nun finden.
Voll Wut beginne ich zu suchen.
Und während ich im Zellstoff wühle,
möcht‘ den Papierkram ich verfluchen.

Papier ist, was mich überfordert,
Ich möchte Email-Post ins Haus.
So ist es sicher. Wenn ich’s brauche,
drucke ich es einfach aus.

Wenn es eine Hölle gäbe,
man ließe mich Papier sortieren.
Und während ich auf ewig kramte,
würd‘ ich den Verstand verlieren.

 

Morgen im Interview wunderbare Einblicke in Martin Gehrings literarisches Leben, Denken und Zeichnen! hier…

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