Interview mit dem Sachbuchautor Florian Freistetter: „Der Komet im Cocktailglas“

Interview – Sachbuch

Mit den Büchern, das hat sich so entwickelt. Als unspektakulär beschreibt Florian Freistetter seinen Weg zum gedruckten Buch. Schreiben gehört zum Alltag eines jeden Wissenschaftlers. Vergnüglich zu schreiben, das gehört inzwischen zum Alltag Florian Freistetters. Ihn fasziniert die Astronomie und er fesselt mit seiner ‚Alltagsastronomie‘ den Leser. Das A und O seines Erfolgs als Wissenschaftsautor: Verständlichkeit. mehr…

Einstieg: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Schreiben war zuerst immer Teil des Jobs. Als Wissenschaftler muss man seine Ergebnisse eben immer auch aufschreiben. Ich habe dann 2008  beschlossen, mal auszuprobieren, ob ich nicht nur Fachartikel, sondern auch populärwissenschaftliche Texte schreiben kann. Ich habe mein Blog begonnen, das sich im Laufe der Jahre sehr gut entwickelt hat und später dann auch Artikel für Zeitungen geschrieben. Im Jahr 2012 habe ich dann schließlich mein erstes Buch veröffentlicht. Es war nie mein ‚Traum‘, Autor zu werden, sondern hat sich so entwickelt.

Profession: Was heißt es für Dich, Autor zu sein?
Es ist mein Job. Ich schreibe das auf, was ich interessant finde und hoffe damit möglichst viele andere Menschen ebenfalls zu interessieren.

Lokalisation: Wie und wo schreibst Du?
Ich schreibe überall. Manchmal am Schreibtisch, manchmal im Zug, manchmal im Bett, unterwegs, wenn ich bei Bekannten zu Besuch bin – etc. Aber immer am Computer.

Organisation: Wie sammelst und organisierst Du Deine Gedanken, bevor Du sie ‚aufs Papier‘ bringst?
Konkret ‚organisieren‘ tue ich selten etwas. Ich denke lange über die Themen nach, über die ich schreiben will. Und wenn ich alles verstanden habe, dann schreibe ich es einfach auf.

Fünfsatz: Worum geht es in Deinem aktuellen Buch „Der Komet im Cocktailglas“?
Die Astronomie ist weit draußen im Weltall, wahnsinnig groß, unvorstellbar und kompliziert. Und das stimmt auch, ist aber nicht die ganze Wahrheit. Denn wir leben mitten drin in diesem Universum und sind ein Teil davon. Die Astronomie passiert also auch überall in unserem Alltag, jeden Tag und in jeder Minute. Mein Buch zeigt die Astronomie, die sich hinter den alltäglichen Vorgängen und Dingen versteckt.

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Motivation: Wann und wie kam die Idee zu diesem Projekt? Wie war Dein Weg vom Manuskript zum Buch?
Das war relativ unspektakulär. Ein Verlag hat mich angesprochen, ob wir nicht gemeinsam ein Buch machen wollen und ich habe mir überlegt, was man da schreiben könnte. Die Idee der ‚Alltagsastronomie‘ hatte ich schon früher; ich dachte aber eigentlich, ich würde daraus eher eine Zeitungskolumne o.Ä. machen. Aber als ich länger drüber nachgedacht hatte, war klar, dass das auch als Buch funktionieren kann. Der Rest war dann wenig aufregend. Ich hab ein Konzept erstellt und mich mit dem Verlag geeinigt. Und dann das Buch aufgeschrieben.

Bewerbung: Wie gehst Du mit Reaktionen auf Deine Bücher um?
Als Sachbuchautor muss ich schon beim Schreiben darauf achten, möglichst viel Feedback zu bekommen. Meine Bücher sollen ja verständlich sein. Ich lasse daher schon während des Schreibens meine Texte immer von Freunden, Familienmitgliedern und Kollegen lesen und das Feedback in die Korrektur einfließen. Es nützt nichts, wenn nur ICH das Buch toll finde.

Austausch: Wer sind Deine Ansprechpartner rund ums Buch? 
Naja, es gibt einen Lektor beim Verlag, der mein Ansprechpartner ist.

Gretchenfrage: Wie hältst Du es mit Social Media Aktivitäten und passen Buch und Social Web zusammen?
Ich wüßte keinen Grund, wieso sie nicht zusammenpassen sollten? An den sozialen Medien ist nichts per se verwerflich oder schlecht. Es sind Medien, um sich mit anderen Menschen auszutauschen. Und wenn man als Autor mit seinen (potentiellen) Leserinnen und Lesern Kontakt haben will, dann gibt es kaum etwas besseres. Wenn man die sozialen Medien richtig einsetzt, dann können sie bei der Werbung für das Buch helfen; können die Verkaufszahlen erhöhen und sogar für Auftritte, Lesungen und neue Projekte sorgen.

Eigenwill: Welche Frage müsste ich Dir unbedingt stellen? Und was würdest Du darauf antworten?
„Kannst du mir sagen, ob es irgendwo im Weltall noch einen anderen Planeten gibt, auf dem Leben möglich ist?“
Und darauf würde ich dann gerne antworten können: „Eine gute Frage, auf die wir glücklicherweise seit heute das erste Mal eine Antwort haben, denn wie die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, …“
Aber das wird noch 10 bis 20 Jahren dauern, bis ich so ein Antwort geben kann. Wie sie dann ausfällt, ist mir gar nicht so wichtig. Hauptsache, wir HABEN endlich eine Antwort.

Und so geht es direkt zum Autor:
Blog: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/
Website: http://www.florian-freistetter.de
E-Mail: florian@astrodicticum-simplex.de
Twitter: @astrodicticum
Facebook: https://www.facebook.com/pages/Astrodicticum-Simplex/124171467598734

Leseprobe: Beitrag vom 3. Mai 2013 auf Astrodicticum Simplex

„Die Superhelden des Bildungsfernsehens“

Manchmal wünscht man sich ja tatsächlich, dass da ein Team von Superhelden kommt, und irgendwas gegen den Schund unternimmt, der da jeden Tag auf unseren Fernsehgeräten zu sehen ist. Denn Fernsehen kann eigentlich ein ziemlich tolles Medium sein. Man kann im Fernsehen tatsächlich auch andere Dinge zeigen als Casting-Shows und deprimierende Scripted-Reality-Dokus über Menschen, die ihr Leben nicht im Griff haben. Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass man im Fernsehen über Wissenschaft reden kann und zwar auf eine Art und Weise, die interessant und spannend ist (und nichts mit irgendwelchen XXL-Nahrungsmitteln oder Unterwäsche zu tun hat). mehr…

Leseproben zu Florian Freistetters Büchern findet Ihr hier… und zurück zur Kurzbio geht es hier…