Mal im Ernst: Der Satiricus Christian Schmidt alias Klopfer über seine Leser im Social Web

Autor 2.0, das ist leichter gesagt als getan. Autor 2.0, das ist viel Arbeit. Autor 2.0, das ist Christian Schmidt. Derb geht es zu auf Klopfers Web. Kichern, Fremdschämen, Beipflichten. Auf jeden Fall provoziert er Reaktionen. Klopfer darf das, Klopfer macht Satire. Sein burlesk gedecktes Tischlein reicht vom Spott bis zum Sarkasmus.

Christian Schmidt schreibt nicht nur ins Internet. Sein manchmal pornographischer, manchmal zynischer Blick auf und in die Gesellschaft konzentriert sich in seinen Büchern. Sex sells. Provokation auch. Warum nicht. Täglich etwa 5.000 Website-Besucher sprechen für sich. Eigenkapital des Autors 2.0. Transparent ist sein Treiben – es darf gefragt, korrigiert und kommentiert werden. An- durch Aufregung. 

Im Ernst, es steckt mehr dahinter. Christian Schmidt weiß wie der Hase läuft, oder besser: wie der unverlegte Autoren-Hamster textmetern muss. Damit das Licht anbleibt. Der Schlüssel zum erfolgreichen Buch ist der Leser, der Kontakt zum Leser. Und seinen Lesern begegnet der Klopfer mit Respekt. Doch nun soll der Autor endlich selbst zu Wort kommen:

Wie hältst Du es mit Social-Media-Aktivitäten? Passen Buch und Social Web zusammen?
Sie müssen zusammenpassen, gerade wenn man nicht bei einem traditionellen Publikumsverlag ist und nicht auf dessen Marketing setzen kann. Meine Bücher liegen nicht in Buchhandlungen, ich muss in den Leuten ein Interesse daran wecken, ohne dass sie die Bücher selbst vor sich zu liegen haben. Bei den Büchern auf der SPIEGEL-Bestsellerliste kommt es ja gerne mal zu Spontankäufen, wenn man sie vor sich im Regal seiner Buchhandlung sieht und durchblättern kann.

Das Internet ermöglicht es, mit jeder Maßnahme viele Leute zu erreichen, wodurch die Chancen steigen, auch diejenigen anzusprechen, die etwas mit den eigenen Büchern anfangen könnten. Eine Erwähnung in einem relativ gut besuchten Blog wird sicherlich mehr Leuten im Gedächtnis bleiben als ein Plakat in einer Fußgängerzone, auch wenn in der Fußgängerzone jeden Tag zehntausend Leute mehr vorbeilaufen.

Daneben ist natürlich der direkte Kontakt zwischen Autor und Leserschaft von unschätzbarem Wert. Für den Autor kann es eine sehr motivierende Angelegenheit sein, man kann auch neue Inspiration schöpfen und vielleicht sogar neue Kontakte und Freundschaften knüpfen. Auch für die Leser ist es natürlich toll, wenn man einen direkten Draht zum Autor hat, unmittelbare Antworten auf Fragen bekommen kann und einen Einblick erhält, wieso der Autor welche Entscheidungen in seinen Büchern getroffen hat.

Je digitaler der Buchmarkt wird, desto besser ist es sicherlich, wenn Autoren und Leser sich gegenseitig nicht mehr als anonyme Massen sehen. Den Lesern fällt das unerlaubte Kopieren eines E-Books sicherlich nicht mehr ganz so leicht, wenn sie den Autor direkt kennen und mögen und auch wissen, dass er nicht im Geld schwimmt und auf jedes verkaufte Exemplar angewiesen ist. Und Autoren werden bestimmt nicht ihre Leser durch überzogene Forderungen nach strengster Überwachung zum Zwecke der Urheberrechtsdurchsetzung verprellen wollen, wenn sie sie erst mal genauer kennen und auch deren Sorgen und Nöte verstehen.

Nächste Woche Morgen geht es dann weiter mit einem herrlich von Christian Schmidt selbst kommentierten Blick auf seinen Arbeitsplatz und seiner Kurzbiografie. Natürlich gibt es dann auch den Rest seines Interviews.  hier…

Wem das zu lange dauert, zum Autor findet Ihr hier: http://www.klopfers-web.de/