Phase 2: Die Text-Maschine optimiert

Dann das:

Ergebnis 1
Verheerend! Von fünf möglichen Sternen habe ich einen halben. Überall prangern rote Ausrufezeichen: Hinter „1. Textverständlichkeit“ und „2. Web-Tauglichkeit“. Das lässt nichts Gutes erahnen.

Textverständlichkeit
Im Text wurden Passivkonstruktionen gefunden, die wohl nicht gern gesehen sind. Mit Fragezeichen versehen sind: Satzkonstruktionen, Zeitform Perfekt, Nominalstil, Hilfsverben, Anglizismen usw. Gut, ich brauche also Hilfe. Von Passivkonstruktionen wird abgeraten – zu unpersönlich. Diese werden mir im Text direkt angezeigt. Ich formuliere also um. Gut! Von Barrierefreiheit ist dann noch die Rede – wohl ein Kapitel für sich.
Meine Satzkonstruktionen – habe ich doch schon so viel Schelte dafür bekommen und jetzt motzt mich da auch noch die Maschine an. Ich bin gelehrig und folge brav der Kritik. Hach, Aufzählungen gehören also auch zur fraglichen Satzkonstruktion. Das Perfekt sei zu schwierig zu verstehen – Perfekt raus! Nun muss noch der Nominalstil raus. Erledigt! Die angeblichen Hilfsverben können jedoch nicht getilgt werden, da es keine Hilfsverben sind. Von mir jedenfalls nicht als solche erkannt werden. Gut, die bleiben also drin. Meine fünf Anglizismen sind Social Web, Social Software und Software. Einverstanden, ich wage die Eindeutschung. Ob das Google wirklich so gefällt? Ach Google, bekommt mich sowieso nicht mit.

Internettauglichkeit
Nun fehlt noch die Internettauglichkeit. Zugegeben, darauf habe ich bisher noch keinen Wert gelegt. Also, Überschriften, Hervorhebungen, Absätze. Check! Alles schon mal gelesen, aber wenn es dann so nett gelb leuchtet, ist es auch wieder anders. Textlänge ist in Ordnung. Ach nein, zu lang. Zu lang?

Keywords
Ach ja, die Keywords. Hm, worum geht’s? Text, Maschine, LinguLab. Mist, nun ist es zu spät. Autor, mensch Autor hätte doch noch mit hineingehört. Egal, Experiment ist gestartet, jetzt bitte keine Verzerrungen mehr. Hm, LinguLab steht aber auch nicht sooo oft im Text. War auch nicht als ‚sponsored‘ gedacht. Wie unpraktisch, wird doch in der Überschrift angekündigt. Na, das wird mir das Maschinchen bestimmt gleich mitteilen.

Ergebnis 2
Ich klicke auf „Text erneut prüfen“. Boah, wieder alles gelb. Ich dreh durch. Fein, Sätze werden nochmal vereinfacht. Nö, die Passivkonstruktionen lass ich jetzt so. Gut. Prüfen. Herrje! Satzlänge, Wortlänge, Abkürzungen, Adjektivhäufung, Satzkonstruktion… Also nochmal ran. Nun nochmal die Web-Tauglichkeit prüfen.

Ergebnis 3
Ernüchternd. Jetzt habe ich es auf 2 ½ Sterne von insgesamt fünf geschafft. Hinter Textverständlichkeit prangert noch ein Ausrufezeichen und die Web-Tauglichkeit steht in Frage(-zeichen). Die Suchmaschine ist damit so halbwegs zufrieden. Wie erahnt, fehlt LinguaLab im Text. Hm, 2 ½ Sterne, dabei ist doch von meinem ursprünglichen Text gar nicht viel übrig geblieben. Gefühlt jedenfalls. Das soll nur zwei Sterne gebracht haben? Da muss ich ja wohl noch so einiges lernen! Muss ich ganz bestimmt.

Und hier das Ergebnis der Optimierung meines schwer verständlichen und internetuntauglichen Textes. Wie gesagt, nun hab ich schon alles gegeben und doch nur 2 ½ Sternchen geerntet.

Experiment mit der Text-Maschine – Ersetzt Software den guten Autor?

Phase 1: Einfach ein Text

Phase 2: Die Text-Maschine optimiert

Phase 3: Der optimierte Text